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Der taiwanesische Konzern BenQ

Interkulturelle Kompetenz in der Sprechkultur.

Cum grano salis

Neulich saß ich gemütlich bei Guinnes und Salt´n Vinegar Chips in einem Irish Pub und wunderte mich darüber, dass ich gemütlich bei Guinnes und Salt´n Vinegar Chips in einem Irish Pub saß, was für sich genommen schon sehr ungewöhnlich war und durch die Tatsache, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt tief in der bayerischen Pampa befand nicht gerade gewöhnlicher wurde – dass man in der Pampa eher ein argentinisches Steakhaus vermutet, als einen Irish Pub gehört jetzt nicht hierher und würde uns nur vom Weg abbringen.

Da saß ich also und verschlang mit dem Mund Chips und mit den Ohren bayerischen Rundfunk. Irgendwann dann geschah es: Das Radio berichtete von den schlimmen Zuständen bei BenQ. Bei dem taiwanesischen Unternehmen BenQ.

Richtig, da war doch was:

PR-Abteilung Siemens: „verkaufte ... Klaus Kleinfeld einen Teil des Geschäftsbereiches Com (Handys ohne Festnetztelefone) an das taiwanesische Unternehmen BenQ. “

Handelsblatt, 9.11.2006 „Vieles sprach für BenQ zum damaligen Zeitpunkt“

Die Zeit, 7.11.2006 Sämtliche Gelder, welche die taiwanesische Mutter BenQ für das gesamte Geschäftsjahr zur Verfügung gestellt habe, seien schon nach dem ersten Halbjahr aufgebraucht gewesen.

Höchst ungewöhnlich

fiel mir da auf! Höchst ungewöhnlich, dass die meisten Deutschen offensichtlich finden, Taiwan solle zu China geschlagen werden, weswegen man dann die Unternehmen Taiwans folgerichtig taiwanesische Unternehmen nennt und bewohnt wird Taiwan dann nur folgerichtig von Taiwanesen.

In Wirklichkeit ist die Ursache der unfreiwilligen politischen Stellungnahme zum Taiwankonflikt natürlich ein alter Bekannter: Der Anglizismus

Im Englischen heisst der Taiwaner schliesslich „Taiwanese”. was der des englischen Mächtige dann, quer durch alle Medien, ganz diskret zum „Taiwanesen” eindeutscht. Immerhin sind die Taiwanesen nicht allein mit ihrem Schicksal, sie teilen es mit Sri Lankis, Bangladeschis und Pakistanis die eigentlich Sri Lanker, Bangladescher und Pakistaner heissen.

Wenn Sie demnächst mal in Peking sind, dann grüßen Sie doch dort mal ganz herzlich die dortigen ....

 

Timm Reinisch

für Sprechkultur

 
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